Analogie #29

Analogie #29

Rückblick Juni

Drei Filme voller Erinnerungen, Momente und Inspirationen liegen diesmal vor mir. Viel ist passiert und Vieles davon habe ich auch fotografiert. Im Gegensatz zu Mai habe ich diesen Monat genau darauf geachtet, welche Filme ich eingelegt habe. Man lernt ja zum Glück nicht aus und Kodak Alaris war mal wieder so freundlich,  mir zwei Filme zum Testen zur Verfügung zu stellen. Dazu aber später mehr. Es gibt viel zu erzählen, also los!

Das motiviert mich ungemein.

Sommer

Sommer, Sonne, Sonnenschein. Der Sommer ist bei mir allerdings auch die Zeit, in der ich die meisten Projekte auf dem Tisch habe und bearbeite; und es werden mehr und mehr. Da geben sich die Projekt schon nicht mal mehr die Klinke in die Hand, sondern stehen zusammen in der Tür, wo sie einen “Wer-kann-lauter”-Contest veranstalten. Neben meinem üblichen Tagesgeschäft in der Werbeagentur und als Fotograf, kommen noch die Nachwirkungen des DSGVO, die Diplomarbeiten der Maskenbildner und Kostümschneider, sowie der Podcast und die Organisierung der ersten Live-Sendung mit Publikum dazu. Mit Sicherheit habe ich aber auch das ein oder andere wieder vergessen.

Ich muss sagen, dass ich das sehr mag, auch wenn ich in letzter Zeit dann und wann das Gegenteil behauptet habe. Bei all diesen Projekten und Aufgaben lerne ich jeden Tag etwas Neues dazu und widme mich immer wieder neuen Themen. Das motiviert mich ungemein. Das Spektrum an Möglichkeiten, das neue Projekte mit sich bringen, ist jedoch selten sichtbar und erschließt sich meist erst, wenn man sich inhaltlich mit ihnen beschäftigt. Insofern gebe ich zu, dass mir tatsächlich derzeit etwas die Ruhephasen fehlen, in denen man den Kopf frei bekommt und sich erden und regenerieren kann. Aber das ist nicht zuletzt auch eine Frage der eigenen Disziplin. Und deshalb gelobe ich mir Besserung.

Zwei Tage in Siebenbürgen

*enthält unbezahlte Werbung von Kodak Alaris

Ich gelobe nicht nur Besserung, ich habe diesen Monat sogar schon damit angefangen. Ein Kurzausflug nach Sibiu hat mich Anfang Juni aus meinem Alltag gerissen. Zwei Tage ganz ohne Arbeit in Siebenbürgen. Zwei Tage voller Erlebnisse, die unterschiedlicher nicht hätten sein können und vor allem zwei Filme, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Von Kodak Alaris habe ich ein kleines Probierpaket bekommen, was ich hier ausgiebig antesten konnte. Einmal meinen, wie bereits in der Analogie #27 erwähnt, neuesten Lieblingsfilm, den Ektar 100, und den neu aufgelegten TMax P3200. Farbe gegen Schwarzweiß. Low-ISO gegen High-ISO.

Tag 1 – Ektar 100

Ich habe den Ektar am ersten Tag verwendet. Es war sonnig, warm und wir schlenderten durch die Straßen von Sibiu. Das wiederum ist ein Erlebnis, das sich relativ schnell erschöpft, da jede Straße auf dem selben Platz mündet. Dennoch birgt jede Ecke eine eigene kleine Geschichte, mit kleinen Details, die entdeckt werden wollen. Vor allem die Kontraste zwischen den Fassaden und den Hinterhöfen sprechen für sich. Das feine Korn und die dezenten und dennoch kräftigen Farben des Ektars nehmen sich herrlich zurück und unterstützen die Ruhe der Motive. 

Selbst als wir uns in einem dunklen Friseursalon/Tattoostudio/Club wiederfanden, in dem uns erst Gras, dann Kaffee angeboten wurde – beides hatte der Besitzer augenscheinlich schon konsumiert – war der 100er ISO kein Problem. Wie schon gesagt, dieser Film ist einfach mein derzeitiger Lieblingsfilm und ich kann schwer etwas gegen ihn sagen. Will ich aber auch gar nicht.

Tag 2 – TMax P3200

Am darauffolgenden Tag regnete es und die Sonne wollte sich nicht wirklich hinter den Wolken hervorlocken lassen. Perfekt, um den, von Kodak Alaris wieder ins Leben gerufenen, TMax P3200 auszuprobieren. Ein Schwarzweißfilm mit extremer Lichtempfindlichkeit. Man hatte mich gewarnt, dass der Film besonders gut kommt, wenn man ihn wie einen 800er belichtet. Aber warum sollte man sich einen P3200 holen und wie einen 800er behandeln, wenn man sich in dem Fall einfach einen 800er holen könnte? Ergo habe ihn normal behandelt… zu meinem Leidwesen. Man erkennt die Bilder zwar trotzdem gut, aber die Kontraste fehlen und die dunklen Bereiche suppen oft weg. Besonders schade war es bei einem Motiv: Ich habe lange auf der Straße gelauert, bis schlussendlich ein Streuner im dramatischen Sonnenuntergang über die Straße huschte.

Leider ist in diesem finalen Foto der Straßenbereich so dunkel, dass man den Hund nicht erkennt. Dennoch hat mich der Film nicht enttäuscht. Mit einigen Bildern bin ich wirklich zufrieden – vor allem mit den Motiven, deren Szenerie selbst viele Kontraste bieten oder in denen Lichtquellen den Blick entsprechend lenken . Durch das grobe Korn und ein Weiß, das nie wirklich weiß sein möchte, erzeugt der Film eine ganz eigene und melancholische Welt, die stark an den Film-Noir erinnert. In der Reportage würde ich dennoch eher auf einen TMAX 400 zurückgreifen. Den Charm eines P3200 muss man wirklich wollen. Aber ich werde ihn definitiv in den kälteren Monaten nochmal rausholen und ein zweites Mal testen.

Immer noch Sommer

Klar häufen sich die Projekte im Sommer, aber bei den Temperaturen fehlt manchmal auch mir der Elan, um tagsüber richtig effektiv zu arbeiten. Aber zum Glück geht das ja allen so. Also findet sich immer mal jemand für eine Limonade, ein gutes Gespräch und einen entspannten Spaziergang – egal, ob in Dresden, Leipzig oder Berlin.

Leica M2
Voigthländer 35mm ƒ1.2 Nokton
KODAK Ektar 100, KODAK TMax P3200
Fotolabor Görner

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