Janine FD

Janine FD

fermentation days

a Project by Philipp Götze and Julius Erler

Janine

Wenn man mich früher gefragt hätte, ob ich Rassismus erlebt habe, hätte ich nein gesagt. Auch ich musste lernen was Alltagsrassismus ist. Warum musste ich mit einer 2 in Deutsch zum Förderunterricht? Warum habe ich geglaubt, dass es ok wäre, wenn meine Freunde mich „die Schwarze“ nennen? Und warum habe ich akzeptiert, dass man mich als „Schaf“ oder „Kopfkissen“ betitelte? Aufgrund meiner Locken.

Heute weiß ich darüber Bescheid und weiß, andere darüber aufzuklären. Heute bin ich selbstbewusst. Heute weiß ich, was ich will. Heute weiß ich, wer ich bin. Und schon gestern hätte ich mich und hätten sich alle anderen POC so fühlen müssen.

About the
project

Rassismus – ein Problem, das sich für viele von uns sehr weit weg anfühlt und bei dem es  scheinbar  keine großen Berührungspunkte gibt. Zumindest laut der gefühlten, öffentlichen Meinung, welche aber spätestens seit der Black Lives Matter Bewegung immer stärker ins Wanken gerät. Und sind wir mal ehrlich: Rassismus ist ein Problem, das nicht nur in Randbereiche unserer Gesellschaft betrifft,  sondern in allen Lebensbereichen Thema ist. Sei es der unbeabsichtigte Alltagsrassismus, dem wohl jeder immer wieder und allzu schnell verfällt oder der offensichtlich, feindselige Rassismus, der sich dank gewisser Medien und Parteien leider immer stärker etabliert . Ein Problem, inmitten unserer Gesellschaft, genau vor unserer Haustür. Doch wie stellt man sich diesem Dämon?

Wir denken, dass vor allem der öffentliche, kontinuierliche Austausch und das Sichtbarmachen von Rassismus helfen kann, um unser eigenes Handeln in Frage zu stellen und somit kleine Schritte voran zu gehen, damit wir uns schlussendlich gemeinsam ein gutes Stück in die richtige Richtung bewegen. Dafür möchten wir betroffenen Menschen, mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, eine Plattformen bieten. Eine Plattform für echte Geschichten von realen Menschen an den mitunter banalsten Orten, die wir alle kennen. Orte, die zu unserem Alltag gehören, doch für manche Menschen auf einmal zu roten Zonen werden, zu Gefühlen, die sie ihr ganzes Leben lang begleiten.

Racism – a problem that for many of us feels far away and not very tangible. There are seemingly not a whole lot of contact points, at least according to the perceived public opinion, though this consensus has been increasingly faltering, especially since the Black Lives Matter movement. And let’s be honest: racism is a problem that does not only affect marginal areas of our society but all aspects of life. Be it the unintentional everyday racism, which most of us repeatedly fall victim to rather quickly, or the obvious hostile racism, which is unfortunately becoming increasingly established thanks to certain media and political parties. A problem in the middle of our society, right on our doorstep. But how do we face this demon?

We think that a continuous public exchange and making racism visible can help us to question our own actions and thus to take small steps forward, so that we can finally move together in the right direction. For this we would like to utilize the means at our disposal in order to offer a platform to affected people. A platform for real stories by real people in the sometimes most mundane places we all know. Places that belong to our day-to-day life but for some people suddenly become red zones, harboring feelings that accompany them throughout their lives.